Die Korkspezialisten
Unser Ausstellungsraum 069 / 303067
Kork (lat. quercus suber) ist ein natürlicher, nachwachsender Rohstoff mit hervorragenden Eigenschaften. Die Zellen der Korkrinde bestehen aus Luftkammern, die von fünfschichtigen Wänden umschlossen werden. Korkzellen sind aufgrund ihres chemischen Aufbaus für Flüssigkeiten und Gase undurchlässig. Millionen von Luftkammern verleihen ihm bemerkenswerte Eigenschaften, wie z.B. die hohe Verdichtbarkeit (Weinkorken) und Elastizität, diese wirkt sich besonders bei der Verwendung als Stöpsel sowie zur Wärme-, Schall- und Vibrationsfähigkeit positiv aus. Wenn Kork unter Druck gesetzt wird, verdichtet sich das in den Zellen eingeschlossene Gas. Das Volumen des Korkes nimmt demzufolge entsprechend der Stärke des Drucks ab. Lässt der Druck nach, nimmt der Kork ohne wesentliche Deformierung seine ursprüngliche Form wieder an. Durch diese Eigenschaften wird der Kork zu einem hervorragenden Dichtungs- und Isoliermaterial. Trotz eines jährlichen Zuwachses von ca. 3-5% ist die zur Verfügung stehende Menge an Kork sehr begrenzt. Seit alters her gibt es bei den Ernteerträgen einen dreijährigen Zyklus; auf eine gute Ernte folgt ein mäßiges Korkjahr, danach kommt eine kleine Ernte. Hauptanbaugebiete sind Portugal mit 51%, Spanien mit 28%, Italien mit 6%, Algerien mit 5%, Marokko mit 5%, Frankreich mit 3% und Tunesien mit 2%. China und Korea haben eine geringe Anbaufläche. In Portugal zum Beispiel sind annähernd ein Drittel der gesamten Landfläche mit Korkeichen bedeckt, da Korkeichen viel Sonne benötigen, um den begehrten Rohstoff produzieren zu können.
Geerntet wird die Korkrinde von Anfang Juni bis Ende August. Zum Schälen der Korkrinde wird viel Erfahrung benötigt, um den Baum nicht zu beschädigen. Korkeichen haben eine Lebenserwartung von ungefähr 165 Jahren. Circa 25-30 Jahre dauert es vom Pflanzen des Baumes an, bis eine Eiche zum ersten Mal geschält werden darf. Circa alle 9 Jahre kann der Baum wieder geerntet werden. Diese Zeit ist erforderlich, damit eine neue Korkschicht nachwachsen kann. Die Korkeiche kann im Laufe ihres Lebens 15-20 mal geschält werden. Der Kork wird nur vom Stamm und von Ästen einer bestimmten Dicke geerntet. 20% der Korkrinde bleiben am Stamm, um den Baum vor Hitze, Regen und Schädlingen zu schützen. Der Korkan- und abbau ist in Portugal strengen gesetzlichen Regeln unterworfen. Es gibt eine Korkbehörde, wie bei uns das Forstamt, die genau vorschreibt, welche Bäume geerntet werden dürfen. Zum Schutze der Bäume ist vorgeschrieben, bis zu welcher Höhe oder welchem Stammdurchmesser entrindet werden darf. Die Baumkronen müssen sorgfältig ausgelichtet werden, damit der Baum möglichst viel Licht erhält.
Nach der Ernte wird die Korkrinde 6 Monate zum Trocknen und Stabilisieren gelagert. Die Korkrinde wird nach Größe und unterschiedlichsten Qualitäten sortiert. Die erste Ernte wird als Jungfernrinde bezeichnet. Da sie sehr stark zerklüftet ist, ist sie für die normale Flaschenkorkproduktion nicht zu verwenden. Diese Rinde sowie qualitativ sehr schlechtes Korkmaterial wird zu Granulat vermahlen und findet ihren Einsatz vorwiegend zur Isolierkorkproduktion. Erst ab der zweiten Schälung eignet sich die Rinde für die normale Produktion.
In der Produktion werden die Korkplatten ca. eine Stunde in Wasser gekocht. Hierbei werden Insekten, die sich in der Borke versteckt haben, abgetötet. Nur Pilze können in das Zellsystem eindringen und ihn eventuell verderben. Da die Pilzsporen selbst das Kochen überleben, wird dem Kochwasser ein Mittel gegen Pilze beigesetzt. Zudem werden durch das Kochen Gerbstoffe entzogen. Das Material wird weich und elastisch. Nach dem Kochen muß der Kork in Dunkelheit bei einer bestimmten Luftfeuchtigkeit weitere 6 Wochen lagern. Der Kork besitzt eine hohe natürliche Dauerhaftigkeit gegenüber Bakterien und Insekten. Sein biologischer Abbau erfolgt außerordentlich langsam, das bedeutet, Kork verrottet kaum. Die Korkplatten werden in Streifen geschnitten, deren Breite der späteren Länge der Flaschenkorken entspricht. Die Kunst des Korkschneidens besteht darin, möglichst viele einwandfreie Flaschenkorken aus den Platten herauszuschneiden. Dies ist eine Arbeit, die viel Konzentration und Geschick verlangt. Selbst in großen Industriebetrieben werden die Korken von Hand gestochen. Bei der Korkenherstellung bleiben die ausgestochenen Rohlinge übrig, dies ist jedoch kein Abfall, sondern das Grundmaterial für Presskorkblöcke oder Bodenbläge aus Kork. Somit sind annähernd sämtliche Korkwaren als Recyclingwaren anzusehen. Oftmals werden die Heizöfen der Fabriken mit Korkmehl beheizt.
Desweiteren gibt es viele Accessoires wie: Korkhandtaschen, Krawatten, Geldbeutel und vieles mehr.